Amalgam - giftig oder ungefährlich?
Seit 1830 hat der Stoff aus Quecksilber, Silber, Zinn und
Kupfer große Bedeutung in der Zahnmedizin. Schon 1845
aber schworen amerikanische Zahnärzte, Amalgam nie
mehr zu verwenden - wegen Verarbeitungsfehlern traten erhebliche
Nebenwirkungen auf.
Heute sind noch 50 Prozent aller Zahnfüllungen aus
Amalgam. Es ist relativ billig, leicht zu verarbeiten und
auch dem großen Druck gewachsen, der vor allem im
Bereich der hinteren Backenzähnen beim Kauen entsteht.
Eine Studie der Universität Tübingen brachte Amalgam
1996 wieder einmal in Verruf: Bei 43 Prozent von 18 000
getesteten Personen war der Quecksilber-Grenzwert der WHO
(43 Mikrogramm pro Tag) im Speichel überschritten.
Der Auftraggeber der Studie, der Bund für Umwelt und
Naturschutz Deuschland (BUND), forderte: Verbot von neuen
Amalgamfüllungen, die alten sollten, je nach Quecksilberkonzentration
im Speichel, entfernt werden.
Die Reaktion der Zahnärztekammer: Amalgam sei ungefährlich
und könne weiter verwendet werden.
Noch immer ist - auch nach den neuesten Studien und Gutachten
- nicht viel bekannt über die Wirkung von Quecksilber
in "niedrigen" Konzentrationen im Körper.
Man weiß lediglich, dass sich das Metall, egal
ob aus Amalgam oder Lebensmitteln, in Niere, Leber und Gehirn
anreichert und in höheren Dosen zu schweren Gesundheitsschäden
führen kann.
Bereits 1987 riet das damalige Bundesgesundheitsamt vom
Gebrauch von Amalgam bei Schwangeren ab, 1992 kam eine Warnung
vor der Anwendung bei Kindern unter sechs Jahren und Menschen
mit schweren Nierenfunktionsstörungen hinzu.
Die entscheidenden Fragen aber sind nach wie vor unbeantwortet:
Wieviel Quecksilber nimmt der Körper aus dem Speichel
tatsächlich auf? Welche Wirkung haben die aufgenommenen
Konzentrationen in Niere, Leber und Gehirn? Eine toxikologische
Studie, die eine spezifische Wirkung dieser Mengen im Mikrogrammbereich
eindeutig nachweist, gibt es bis heute nicht.
Was tun?
Die Qualität der vorhandenen Füllungen ist das
entscheidende Kriterium für das Belassen oder das Entfernen
des Amalgams.
Sollten die Füllungen einer entsprechenden computerunterstützten
Überprüfungen (digitales Röntgen, digitale
Vergrößerungsfotografie) Stand halten, empfehlen
wir einen Speicheltest durchzuführen und bei einer
Quecksilberkonzentration von mehr als 100 Mikrogramm pro
Liter Speichel die Amalgam-Füllungen zu entfernen.