Bitte kein Amalgam!
Trotz besserer Zahnpflege werden
in Deutschland pro Jahr immer noch etwa 85 Millionen Füllungen
gelegt, rund die Hälfte davon sind Erstfüllungen,
die andere Hälfte macht der Ersatz bereits vorhandener
Füllungen aus. Der Anteil von Amalgamfüllungen
ist drastisch gesunken: Wurden 1985 noch 75 Prozent der
Füllungen aus Amalgam gefertigt, waren es im Jahr
1995 nur noch 25 Prozent. Zum Vergleich: In den USA wurden
1995 noch 58 Prozent der Füllungen mit Amalgam hergestellt.
Doch womit können große und kleine Löcher
gestopft werden, wenn die Patienten kein Amalgam mehr
wollen? Welche Alternativen zum Amalgam gibt es und welche
sind sinnvoll? Gemeinsam ist allen "Nicht-Amalgamen",
dass die Verarbeitung viel aufwendiger ist. Hinzu
kommt, so Professor Jean-Francois Roulet von der Berliner
Universitätsklinik Charité, dass die
meisten Zahnärzte in Deutschland bis jetzt noch gar
keine Ausbildung für die komplizierte Adhäsivtechnik
(Ätz-Klebe-Technik oder Dentin-Adhäsiv-Technik)
haben, die beim Einsatz hochwertiger weißer Füllungen
erforderlich ist.
Gold-Inlay
Als sehr gute Alternative gelten schon seit langem hochgoldhaltige
Füllungen. Das Material hält die hohe Kaubelastung
der Backenzähne aus, es gilt als gut verträglich
und hat eine Haltbarkeit von mindestens zehn bis fünfzehn
Jahren*. Der Verlust von Zahnhartsubstanz ist entgegen
anderslautender Aussagen bei sorgfältiger Vorgehensweise
nicht höher als bei anderen Techniken. Zur Herstellung
sind mindestens zwei Behandlungs-Sitzungen notwendig.
Keramik-Inlay
Die zahnfarbenen Inlays sind von echten Zähnen kaum
zu unterscheiden. Mit der langfristigen Haltbarkeit gibt
es inzwischen sehr gute Erfahrungen*. Das Material ist gut
verträglich jedoch meist so hart, dass der gegenüber
liegende Zahn abgenutzt werden kann. Nur wenige spezielle
Keramiken entsprechen in ihrer Härte dem natürlichen
Zahnschmelz und können diesen deshalb nicht schädigen.
Auch hier kommt es bei sorgfältiger Arbeitsweise zu
keinem höheren Zahnhartsubstanzverlust. Aufgrund der
notwendigen Laborarbeiten sind zwei Sitzungen nötig.
Komposit-Füllung
Es besteht immer die Gefahr, dass durch die Schrumpfung
des Materials Randspalten entstehen und sich daduch neue
Karies bildet. Sehr selten werden Allergien beobachtet.
Kompomere-Füllung
Dies ist ein erst seit wenigen Jahren verfügbarer
Werkstoff. Da Oberflächenabnutzung und Bruchgefahr
extrem hoch sind, sind Füllungen aus diesem Material
nur als Langzeitprovisorien zu betrachten.
Keramik-Füllung
Eine patentierte Entwicklung des Fraunhofer-Instituts für
Silikatforschung ermöglicht erstmals die zahnärztliche
Verarbeitung hochwertiger keramischer Werkstoffe direkt
im Mund des Patienten. Die Härte entspricht der des
natürlichen Zahnschmelzes. Aufgrund der Materialeigenschaften
und der langjährigen klinischen Erprobung kann davon
ausgegangen werden, dass die Haltbarkeit bei nicht zu
großen
Defekten als sehr gut bezeichnet werden kann*.
Die Füllung setzt im Gegensatz zu Komposits keine
nachweisbaren Reststoffe frei und ist 100% biologisch
verträglich (Prüfzeugnis liegt vor). Dank der
chemisch-physikalischen Eigenschaften ist das Material
langfristig vor Verfärbungen geschützt. Durch
eine bei korrekter Anwendung (Dentin-Adhäsiv-Technik)
minimierte Schrumpfung und die zustätzliche Freisetzung
zahnschmelzhärtender Mineralien wird der Zahn dauerhaft
vor Karies geschützt.
*: Angaben der deutschen Gesellschaft für Zahn-,
Mund- und Kieferheilkunde.